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Genoa
CFC 1893
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2:1 Zus.: 22’076 Playoff
Serie C1/B 04.06.2006 |
Salernitana Calcio 1919
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Nach einer längeren Genoa-Pause,
bedingt durch grauenhaften Fussball, trat man am Sa. mal wieder die Reise
Richtung Süden an. Auf Grund des zu erwartenden schönen Wetters, einem freien
Montag und mind. einem Top-Spiel war das kleine Reisegrüppchen um Schmedi, Nö
(er hatte sein erstes Mal..) und mich gut gelaunt on Tour. Dank der
Gotthard-Sperrung ging’s dann etwas umständlich und zeitraubend in
Stossrichtung Genoa. (wer sich nur fürs Spiel etc. interessiert
– ersten Absatz überspringen J) Irgendwann traf man aber auch mit
Umweg in der Hafenstadt ein. Eigentlich wollte man sich leicht ausserhalb ein
Hotel suchen und ev. noch ein wenig das Wetter geniessen. Leider stellte sich
sehr schnell heraus, dass an der Küste irgendwie überall Stadtgebiet war, so
landete man schlussendlich DownTown und begab sich auf die umständliche Suche
nach einem Schlafplatz. Da die Hauptferienzeit im Itaker-Land begonnen hatte,
fand man nur noch ein doch etwas weniger attraktives Hotel mit genau so
unattraktivem Preis. Nichtsdestotrotz irrte man zufrieden durch die von
Engländer entdeckte und von Tessiner unterwanderte Hafenstadt, welche
eigentlich von den schwarzen Ureinwohnern Italiens gegründet wurde (oder wie
ging das genau!?). Nach ordentlicher Verpflegung und gutem Gequatschte zog es
Schmedi Richtung Bett und Nö und mich Richtung „Disco“.. Nach dem man das
halbe Jungvolk Genoas nach so was ähnlichem gefragt hatte und keine wirkliche
Antwort bekam, landete man an einer Studentenparty in der selben Strasse wie
unser Hotel war. Location war top (Innenhof eines alten Riesengebäude) und Nö
spendierte ohne Ende, so dass wird bald als wohl einzige Personen weit und
breit übel hacke waren. Davon geprägt landeten wir gegen zwei Uhr vor dem
Hotel, welches jedoch verschlossen war und auch blieb. Als Notlösung landeten
wir im Auto, wo wir uns mal ne erste Dosis Schlaf gönnten. Morgens um sieben
konnten wir dann doch noch unser Zimmer aufsuchen und so gab’s für die 30€
p.P. immerhin noch ne (kalte) Dusche. Da
wir fälschlicherweise dachten, dass das Spiel bereits um 1500 beginnt, waren
wir schon zeitig in Marassi. Zum Glück gingen die Kassen ordentlich früh auf
und man sicherte sich bewährte „Distinti“-Karten. Kurze Zeit später kam auch
schon Bewegung in die gut vertretene Bullen-Meute, was erahnen liess, dass
die Damen und Herren aus dem Süden bald eintreffen würden. Einige Minuten
danach waren auch schon die Sirenen zu hören und die Salerno-Leute wurden in
ca. neun Linienbussen vom Bahnhof her herangekarrt.
Die Busse waren gestopft voll, die
Türen offen, die Knaller waren laut, sehr laut (ob es sich dabei um die
berühmten „Salerno-Bomben“ handelte, wurde auch nach längeren Diskussionen
nicht geklärt), das „Max-machen“ wurde zelebriert und der dazu gehörige
Gesang erhöhte die Vorfreude auf einen heissen Tanz. Dieser begann schon kurz
nach dem Aussteigen des Pöbels. Es wurden wie so häufig ordentlich
Gegenstände durch die Gegend geschmissen und an Pyro wurde dabei auch nicht gespart.
Die Salernos schafften es so auch, dass gut ausgetrocknete „Flussbett“ beim
Stadion in Brand zu setzen, was allerdings niemand gross störte und schon gar
nicht die Polizei. Die wenigen anwesenden Hafenstädter beruhigten sich bald
wieder und wir drei Pappnasen begaben uns dann auf Grund unseres Irrtums doch
etwas zu früh ins Stadion.
Immerhin hatte man da einen guten
Ausblick auf die Ankunft der Spieler-Busse. Bei den CFC’lern logischerweise
anständiger Jubel und Applaus.. Wenige Minuten später ertönten erneut die
Sirenen und im Schlepptau von mind. fünf Bullen-Fahrzeugen erschien der
Salerno-Bus welcher so gleich von den anwesenden Grifoni mit Fusstritten,
Faustschlägen und einem Schirm (wer braucht so einen bei 25° und
Sonnenschein!?) attackiert wurde. Als der Bus dann nicht gleich „unters“
Stadion fahren konnte und für die sehr stark aufgebrachten Genoanos gut
sichtbar in der abgeschirmten Einfahrt stehen blieb, hatte man kurz die
Hoffnung, dass sie noch was reissen könnten. Ausser gutem verbalem Hass,
üblem Krach und einzelnen Erstürmungsversuchen blieb es aber ruhig. Im
Stadion selbst waren die ganzen zwei Stunden vor dem Spiel die üblichen
Provokationen und Austauschen von Gegenständen (inkl. einer Bengale, die etwa
drei Mal hin und her flog) im Gange. Witzig am Rande.. Salernos hatten
Schmähgesang für Genoa am Start deren Melodie so gut klang und eingängig war,
dass sie sogar von den Leuten am Genoa-Bierstand gepfiffen wurde.
Zu Spielbeginn hatte sich das
Stadion mit etwas über 20'000 Leuten gefüllt, welche natürlich einen absolut
Hammer-Krach machten.Unserem Nö und mir war das Strahlen nicht mehr aus dem
Gesicht zu kriegen und schon gar nicht als auf Genoa-Seite eine ordentliche
und laute Pyro-Show stieg (Distinti Mittelrang hatte noch Zettel-Choreo,
sahen wir aber nicht). Die etwa 1'000 Gäste hielten souverän dagegen und
waren auch trotz singender Gradinata Nord immer noch gut zu hören. Wie nach
der Platzbesichtigung der Spieler zu erwarten, war das Spiel von Beginn weg
sehr ruppig und mit ordentlich Hass gespickt. Es war eine wahre Freude und da
Genoa ausnahmsweise mal guten Fussball zeigte und klar überlegen war, blieb
auch der Lärmpegel konstant hoch. Der Schiedsrichter war ne Riesen-Flasche
und liess alles laufen, was dem Spiel die Aggressionen bestimmt nicht nahm..
uns konnte es recht sein! Das Heimteam macht weiter Druck und kam mit zwei
Alu-Treffern auch zu sehr guten Chancen um die Hinspiel-Niederlage noch
wettzumachen. Salerno war in Halbzeit eins nicht überzeugend, wurde aber ein
zwei Mal gefährlich.
Relativ früh in Halbzeit zwei hatte
Genoa 12 Spieler, denn der Torwart von Salerno liess einen mehr als haltbaren
Schuss passieren (er dachte wohl, der Schuss geht am Tor vorbei) und so bebte
Marassi ganz gut. Über die Ganze zweite Halbzeit hinweg konnte Salerno nicht
überzeugen. Eine Viertelstunde vor Schluss bekamen aber auch sie mal die
Oberhand und liessen die CFC’ler mächtig laufen, was prompt im 1:1-Ausgleich
durch einen Schuss aus 18 Metern gipfelte. Nun war im Gästeblock und auf der
Bank/dem Feld aber anderst die Hölle los. Absolute genial zum Zuschauen, wie
da der ganze Block durcheinander fiel und plötzlich waren sie wieder laut.
Nachdem Treffer für Genoa waren sie erstaunlicherweise sehr ruhig geworden..
Hätte ich nicht erwartet (Mentalità und so). Die Heim-Elf steckte nicht auf und
drückte, nicht sonderlich zwingend, auf die erneute Führung. Etwa in der 86.
Minute stand ein Rossoblù dann aber plötzlich alleine vor dem Tor und als der
Ball wieder an die Umrandung knallte, dachte wohl im ersten Moment keiner
mehr an ein gutes Ende.. Sekunden später war das Stadio Luigi Ferraris wieder
ein Tollhaus, wo sich ganz alt und ganz jung überglücklich in den Armen lag,
denn nach dem Abpraller von der Latte stand Genoas Nummer neun goldrichtig
und verwertete zum alles entscheidenden 2:1 für die Heim-Mannschaft. Genoa-Nö
und Genoa-Master freuten sich über den Treffer ebenfalls ausserordentlich so
dass man von den Sitznachbarn (eine Reihe weiter oben) so gleich gefragt
wurde, woher man komme. Als man dann die Herkunft bekannt gab, wurde man
beinahe auch noch umarmt, aber das ordentliche Schulterklopfen war auch ok. Zum Schluss waren dann natürlich
wieder starke Jubelszenen zu sehen und als man schon auf dem Weg zum Auto
war, hörte man noch mal wie die Salernos vom ganzen(!) Stadion mit „Napoli,
Napoli, Napoli“- und „Serie C“-Rufen eingedeckt wurden. Diese verhielten sich
aber weiter ruhig, genau so wie bei einigen üblen Fehlentscheiden des Refs
und unfairen Eingriffen der Genoa-Spieler (u.a. wurde ein zweiter Ball von
der Genoa-Bank aufs Spielfeld geschossen, als Salerno kurz vor Schluss hätte
kontern können oder ein verletzt am Boden liegender Gäste-Kicker wurde vom
Genoa-Verteidiger bewusst abgeschossen als er den Ball ins Aus kicken
sollte).. Sehr erstaunlich! Insgesamt war vieles bis alles dabei
und machte sich schon zufrieden auf den Weg weiter nach Torino, wo Cesena
sich noch beim „Favorit-Stürzen“ versuchen wollte. ES LEBE MARASSI! Wohl die beste
Schüssel, die sich ein Fussballfan wünschen kann. Respekt nach Salerno! Haben
sich sehr gut gehalten! |
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