Hamburger SV

 

 

 

1:0

 

Zus.: 48’917

UEFA-Cup (Gruppen)

20.12.2007

 

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FC Basel 1893

 

 

 

Um den Kontrollen von Zoll und Polizei ausweichen zu können, gings schon am Dienstag Abend zu zweit los auf den CNL Richtung Hamburg, der Perle an der Elbe. Logischerweise beglückten wir die Bar schon bevor der Zug in Basel abgefahren war. Von andern Fahrten waren wir es uns gewohnt dass in der Bar die Hölle los, diesmal nicht, so blieben wir lange Zeit die Einzigen in Feierlaune. Nun, es kamen dann noch ein paar Emmentaler, FCB-Shirt und SCL-Mützen. Ja, der FCB ist scheinbar immer noch in, auf jeden Fall wenns international gegen bekannte Gegner geht… Nach der Schliessung der Bar, die schon um halb zwei erfolgte, begaben wir uns zum Fahrradwagen und vernichteten die Fleisch- und Käsevorräte eines Emmentalers, schade wenn man seine Tasche nicht in seinem Abteil deponiert.

 

Nach kurzer Nacht fuhren wir auch schon bald in Hamburg ein. Kurzer Zimmerbezug 50 Meter neben der Reeperbahn und auf gings. Wobei morgens um 9 scheint auch Hamburg noch zu schlafen. Wir fanden nach einigem Suchen dann doch noch ne 24h-Bar, Clochard hiess sie und der Name war Programm. Im hinteren Teil der schummrigen Heavy-Bar standen Sofas rum auf denen ca. 5 Assos schliefen. Denke die schlafen jeden Tag in der Bar. Etwa jede halbe Stunde erwachte wieder einer, zog seine Stiefel an und wankte aufs Klo. Und nachher wieder ab ins „Bett“. Da die Flasche Bier für 1.30 zu haben war blieben wir einige Zeit. Kultspruch Barkeeper: „Gebt ihr euch die Kante?“ Wir, ja genau wir, die einzigen die die Nacht vorher gepennt haben und die einzigen die (noch) nüchtern waren. Übrigens: Wer Arbeit braucht soll sich im Clochard melden, sie suchen Barpersonal. Wäre vielleicht was für Wiesel.

 

Da man nun langsam Lust auf ein Guinness verspürte suchte man anschliessend ein Pub, was sich als recht schwierig herausstellte, dann alle Pubs in HH öffnen erst am späteren Nachmittag. Beim Stadion der Zecken fanden wir dann doch noch ein Lokal dass sich Pub nannte, auch wenn es eine normale 100jährige Quartierbeiz war gab es doch Guinness. Das Publikum (drei 80jährige und der 70jährige Barkeeper) hatten nur ein Thema, die Fischerei. So erfuhren wir u.a., dass der Kabeljau dieses Jahr eine mindere Qualität hat oder wie man den Shellfisch richtig würzt. Aber eigentlich suchten wir ja andere Unterhaltung. Da die Pubs immer noch nicht geöffnet hatten und es doch recht kalt war kam uns das Laufhaus gerade recht. Aber auch da war nachmittags noch nicht allzu viel los. Werden wohl später nochmals kommen…

 

Nach einem mehr oder weniger kurzen Abstecher in eine Paulikneipe öffnete um 4 die Pilsbörse, eine Kneipe hinter der Davidswache. Aber auch da nur 4 Leute drin, einer der aussah wie Jürgen Drews und sich scheinbar jeden Nachmittag die Kante gibt, ein Assi der in 1 Stunde 2 Flaschen Wein soff, und danach rückwärts vom Barhocker kippte, und wir zwei. Wenigstens war die Düse und die Jukebox ok. Lotto King Karl rauf und runter bis zum Abwinken. Stunden und literweise Bier später erschienen dann noch 2 andere Basler. Und die Scheisser hatten Hunger. Gibt’s ja, nicht, wie kann man in Hamburg Hunger haben? Wollte eigentlich vermeiden etwas zu essen. Essen verträgt sich einfach nicht mit trinken. Aber man ging halt trotzdem was essen. Unnötig wie ich finde, essen kann man schliesslich auch zuhause. Nach diesem Übel verzogen wir uns zuhinterst in die Ritze, eine der bekanntesten Kneipen Hamburg. Da wartete man auf die nächste Reisegruppe, die dann zu zehnt auch auftauchte. Chief zog sich dann noch vor Mitternacht ins Zimmer zurück, Scheiss Fresserei. Buffet ist ok, dazu später mehr.

 

Nach unruhiger Nacht, dank an meinen Zimmerpartner, der um 5 Uhr morgens alle am Abend zuvor gehörten Lieder nachpfiff, stand ich um 9 Uhr schon wieder auf. Schliesslich wollte man die Ankunft der Reisegruppe Tunichtgut am Hbf nicht verpassen. Reisegruppe Tunichtgut wurde leider verpasst, nicht aber den Extrazug. Ich zog mich dann, als ich die ersten Basler Zivilbullen sah, relativ schnell zurück. Man weiss ja nie. Im PJ’s mit Sicht auf die Reeperbahn wurden dann die ersten Biere des Tages gekippt. Plötzlich zig auffällig unauffällig gekleidete Herren, dahinter der Mob, dH die gut 700 Jugendlichen vom Extrazug. PJ’s plötzlich zu voll und asi. Da ich eher den gepflegten Umgang mit dem Bier pflege wechselte ich in die Pilsbörse.

 

Die war heute vollgestopft. Basler, Basler und ein Berner. Ja, Berner,  das ist jetzt also Chief… Irgendwann kam dann die Reisegruppe Tunichtgut mit ca. 30 Mann auch noch an. Im Schlepptau alle bekannten Schnauzgesichter Basels. Der Kleine mit dem grossen Schnauz hatte ne Riesenfreude mich wieder mal zu sehen. Ich wurde per Handschlag begrüsst. Mein Gott war ich stolz. Ausser ein paar kleinen Handgemengen mit der nun plötzlich anwesenden Security gibt es über diese Bar nix mehr zu berichten.

 

So machte man sich auf zum Treffpunkt der Basler, dem Hans Albers Platz. Der Platz war gestossen voll, geil wäre es geworden, wenn sich nicht um halb sechs (Spiel war um viertel vor neun!) die ganze Meute in Bewegung gesetzt hätte und zum Stadion aufbrach. Nun, die Guten blieben, die Masse ging. Nach ein paar Bier und Whisky im London Pub musste man unbedingt nochmals ins Laufhaus. Hatten da aber keine Freude an uns, denke die Reisegruppe war mittlerweile einfach zu gross

 

Per Taxi ging es zum Stadion. Mit den am Nachmittag geschenkt bekommenen Karten für die Business Seats wurde die wartende Masse rechts überholt und nach der Glas-Drehtür bekam man auch schon seinen VIP-Bändel. Die Kollegen zu finden war trotz 5 Essbuffets und 9 Bars nicht allzu schwierig. Da wo die einzigen zwei Bullen standen standen auch sie. Schnell ein paar Crevetten und Lachsbrötchen geholt und ab an die Cognac-Bar. Wir verpassten den Anpfiff. Nicht nötig zu erwähnen dass die Plätze unten in der Mitte der Haupttribüne waren, erwähne es trotzdem. Scheiss Spiel, durchschnittliche Stimmung, also nach 20 Minuten wieder an eine Bar im Innern. Den Anpfiff verpassten wir schon wieder, nicht aber das 1-0 unseres FCB. Die Tribüne bebte, Bier wurde geworfen, auf die Sitze gestanden, rumgebrüllt und geschubst. Die Penner auf den Business Seats zeigten sich schockiert. Beim Ausgleich kam dann aber alles zurück, da standen 80jährige Krawattenträger auf und machten abfällige Gesten gegen uns. Geil. Nochmals Emotionen aufs Lebensende hin. Nachdem auch die letzten Biere verschüttet waren stürmten wir nochmals das wieder aufgebaute Buffet, ein paar Bier gabs auch noch. Wir genossen die Zeit mit den wichtigen und unwichtigen Leuten Hamburgs, aber unser Zuhause ist halt schon die Kurve, oder zumindest die Stehplätze.

 

Nach dem Spiel gings dann mit den speziellen VIP-Taxis zurück zur Reeperbahn. Wo ich den Abend verbrachte weiss ich nicht mehr sicher, ganz sicher waren wir noch auf der „Grossen Freiheit“, auf jeden Fall erwachte ich dann irgendwann in MEINEM Zimmer.

 

Zur Rückfahrt mit dem ICE nur noch ein, zwei Sachen:

1. Die Kiste Bier im Bistro kostet 72€

2. 4 Kisten haben sie an Lager

3. Rückfahrten sind manchmal doch geiler als Hinfahrten

 

HSV-FCB zwar keine Rosine, aber egal, lustig wars….