|
Am
nächsten Morgen, und nach einem nächtlichen Austesten des dänischen
Zugverkehrs, wurde die schwedische Hafenstadt Malmö über die Øresundbrücke
angefahren, welche die Meeresenge zwischen den beiden skandinavischen Ländern
seit sechs Jahren auch für Auto- und Bahnfahrer zugänglich macht. Das kleine
Einkaufsstädtchen, umringt von industriellen Anlagen, hinterliess einen
positiven Eindruck - und die vielen Parkanlagen luden zur aktiven Erholung
vor dem abendlichen Spiel ein, welches mir den 16. Länderpunkt meines
(Fussball-)Lebens einbringen sollte.

Beim Einmarsch der Gladiatoren überraschten die einheimischen Supporter auf
der Gegengerade mit einem hübschen Intro bestehend aus einer Schalparade,
zahlreichen Doppelhaltern (mehrheitlich mit dem Slogan "Fria
Jakob") und einem Spruchband, dessen Inhalt mir natürlich wieder einmal
verborgen blieb. Die gegnerischen Anhänger schienen, auch im weiteren Verlauf
des Abends, in ihrer dunklen Stadionecke lieber unerkannt bleiben zu wollen,
wenn man mal von einem unerklärlichen Transparent ("RRRRR")
absieht. Auf optische Hilfsmittel wurde seitens der Göteborger vollständig
verzichtet und auch die Sprechchöre waren eher selten zu vernehmen, was auch
am einseitigen Spielverlauf gelegen haben dürfte.

Die Gastgeber führten nämlich - angetrieben von lautstarken, ausdauernden
Fangesängen - die feinere Klinge und durften sich in der Mitte der ersten
Halbzeit nach einem schnellen Konterangriff über den verdienten
Führungstreffer freuen. Nur vier Zeigerumdrehungen später - und nur durch
einen einzigen Pass - musste sich die Hintermannschaft von GAIS (Göteborgs
Atlet- & Idrottssällskaps) erneut geschlagen geben. Es wäre zwar
übertrieben zu behaupten, dass die Gäste chancenlos waren, aber mit einer
haarstreubenden Chancenverwertung (wie heute bei den "Makrelen"
gesehen) lässt sich äusserst selten erfolgreichen Fussball spielen.

Die zweite Hälfte liess sich kurzerhand in einem Wort zusammenfassen:
Langweilig! Der letztjährige Aufsteiger übte sich weiterhin im Auslassen von
hochkarätigen Möglichkeiten, während Malmö FF seinen Vorsprung seelenruhig
über die Zeit schaukelte. Der Stimmung war dies natürlich auch nicht
förderlich, wodurch erst in den Schlussminuten (wieder) eine ansprechende Feierlaune
aufkommen konnte. Fazit: Gelungene Tour!
|