Atalanta Bergamo - AC Fiorentina

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Früh mussten wir uns auf den Weg machen, die grossen Erwartungen an das Aufeinandertreffen zweier grossartiger Fanlager liessen dies jedoch verkraften. Noch Wochen vor dem Spiel meldeten sich etliche Leute für diese Fahrt an, schlussendlich waren wir zur zweit am HB Zürich... Dies zwar nur weil der dritte im Bunde verschlafen hatte. Also ging es zu zweit mal bis Mailand, als wir telefonisch nachfragen wollten wo unser Langschläfer sich befindet, kam der erste Hammer des Tages, er hatte seine ID vergessen und sass auf dem italienischen Zollposten in Chiasso fest...

So ging es zu zweit nach Bergamo wo wir schnell die Bekanntschaft einiger gleichgesinnter machten. Nach einigen Bierchen etc. nahmen wir für 20 Euro unsere Plätze auf der Gegengerade ein, diese erlaubten uns einen hervorragenden Blick auf den Gäste-Sektor. Die Violas, ca. 1500 an der Zahl,  füllten beide Sektoren. Sie wussten durch etliche Fähnlein und Doppelhalter zu gefallen, gepaart mit der erstaunlichen Lautstärke ihrer Gesänge vollbrachten sie einen wirklich imposanten Auftritt in Bergamo. Noch vor Spielbeginn wurde auf Heimseite ein Anti-Firenze Spruchband gesichtet, dieses kam im Verlauf des Spiels gleich mehrmals zum Einsatz. Als die Spieler in die Arena einliefen machte sich zum ersten Mal Enttäuschung bemerkbar, die Bergamaschi hatten ausser einer - optisch ziemlich übel gelungenen - Striscione (scheint wohl Tag des Spruchbandes in BG gewesen zu sein...) und einigen Schwenkern rein gar nichts zu bieten! Der Gästeblock derweil hüllte sich in den Rauch einiger Bengalen und violetter Rauchdosen, diese flogen dann wie auf Commando in alle möglichen Himmelsrichtungen aus dem Gäste-Sektor, wirklich imposant! Die vielen kleinen Schwenker und Doppelhalter waren nahezu über das gesamte Spiel im Einsatz, und auch in Sachen Support lassen sich die Violas von keinem etwas vormachen. Man muss zwar zugeben, dass der gleichzeitig frühe wie glückliche Führungstreffer das seinige dazu beitrug. Doch den Bergamaschi schien dieser Treffer sämtliche Support-Lust genommen zu haben, man konnte die Curva Pisani praktisch nicht mehr hören! Mit so etwas hätte ich ehrlich gesagt nie gerechnet, stille Bergamaschi, und all dies nur wegen einem einzigen lächerlichen Gegentor... Etwa 10 Minuten vor Schluss wurden die Gebete aus Bergamo erhört, die "Dea" konnte ausgleichen und die Curva Pisani holte nun all die stillen Minuten auf eindrückliche Weise nach, absolute Gänsehaut-Stimmung!

Nach Abpfiff hiess es schnell zum Bahnhof, schliesslich hatten wir nur noch eine einzige Verbindung nach Zürich. Am Bahnhof angekommen kam es zur grossen Ernüchterung, der Zug wurde ganze 45 Min. festgehalten weil ein Teil der Violas damit die Heimreise antreten sollte, na toll! Unsere schlimmsten Vorahnungen trafen ein; die Zugfahrt gestaltete sich endlos, in jedem Kuh-Kaff halteten wir, die Violas hatten spürbar Spass an der Sache den Zug in jedem dieser Käffer an der Abfahrt zu hindern, so trudelten wir mit 1 h Verspätung in Mailand ein. Dies genügte um den letzten Zug, der ebenfalls verspätet unterwegs war, um ca. 2 Minuten zu verpassen... So wurde in Bellinzona ein Hotel-Zimmer in Anspruch genommen und am Montag freigenommen.

Fazit: Nie wieder per Zug nach Bergamo! :-)