Rapid Bukarest – Steaua Bukarest

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Zwei der vier Varna Fahrer zogen eine „Gefälschte-Markenartikel-Shopping-Tour“ dem Länderpunkt Rumänien vor. Die Variante Mietauto musste bald aufgegeben werden und auch die umständliche Fahrt mit dem Zug via Sofia mochte nicht zu begeistern. So blieb nur noch das Taxi übrig.

Noch mächtig angeschlagen von Durchfall und Alkohol vom Vorabend, ging die Reise nachmittags um 3 Uhr los. Unser Taxifahrer gab mit seinem gepflegten Mercedes auf den bulgarischen Hauptstrassen ganz schön Gas. Nach rund 250 km erreichten wir die bulgarische Grenzstadt Ruse, wo ein Bekannter unseres Taxifahrers wartete. Um die 150 Franken teure Versicherungskarte für Rumänien zu sparen (und wohl auch um seinen Mercedes nicht zu gefährden), stiegen wir zu viert in einen alten Ford. Sein Kollege fahre täglich nach Rumänien (für was auch immer...) und kenne sich dort gut aus. Ausserdem kannte er jede Menge Zöllner. Nach 45minütigem Papierkrieg und Schmiergeldzahlungen ging’s mit Vollgas weiter ins 80 km entfernte Bukarest. Der Strassenzustand war teils sehr prekär und vor allem die unzähligen Pferdegespanne, vollgeladen mit riesigen Zigeunerfamilien, waren eine ständige Unfallgefahr.

Rund eine Stunde vor Anpfiff um 21 Uhr erreichten wir das kürzlich renovierte und mit 60'000 Schalensitzen bestückte rumänische Nationalstadion. Für ein Schmiergeld von 3 Dollar wollten uns zwei Polizisten Tickets besorgen. Dafür sollten wir in Ihr Polizeiauto steigen, was wir natürlich dankend ablehnten... Für 10 Franken (!) kauften wir an der Kasse Tickets für den Block zwischen Haupttribühne und Steaua Fankurve. Diese war fast voll, während in der Heimkurve von Rapid einige Plätze leer blieben. Schlussendlich waren rund 20'000 Zuschauer im Stadion. Zu Spielbeginn gab’s auf beiden Seiten eindrückliche Choreo’s und Pyro. Die Stimmung war auf beiden Seiten sehr fanatisch, voller Gegensatz zum Spiel in Varna. Anhand der Transparente, Fahnen und Gesängen hätte man sich durchaus in einem italienischen Stadion fühlen können. Die beiden Stadtrivalen trennten sich brüderlich 1:1. Nach dem Spiel ging auf den Strassen wohl noch einiges ab.

Wir kehrten nach Spielschluss zügig zu unseren Taxifahrern zurück, die während dem Spiel in einer Bar gewartet hatten. Am Zoll schmuggelten die beiden Bulgaren noch jede Menge Zigaretten. Probleme bereitete der rumänische Zöllner, weil bei Tanzbär im Pass der rumänische Einreisestempel fehlte. Dieses Problem löste unser Schmuggelfahrer mit seinem „Kollegen“ vom Zoll mit ein wenig Bakschisch ... Eine recht abenteuerliche und ungewöhnliche Fahrt ging um 4 Uhr morgens nach 13 Stunden zu Ende. Der Ausflug hat sich auf jeden Fall voll gelohnt.