Calcio Catania - US Citta di Palermo

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Mit Panda, Gottschalk und Legia machte man sich am Samstag Mittag auf den Weg nach Catania zum Sizilien Derby. Relativ schnell waren wir über der Grenze in Mailand, wo man sich noch schnell was zum essen und zu lesen besorgte. Mit dem Eurostar ging's dann weiter Richtung Napoli, wo man interessante Sachen erfuhr (Wollaffe rulez) und auch Legia's Geographie Kenntnisse kamen voll zur Geltung! In Napoli noch schnell umsteigen, den Bhf-Pennern in Wolldecken gute Nacht sagen und weiter ging die Fahrt.

Am nächsten Morgen stiegen wir ¾ Stunden vor Catania in Taormina (Touri-Ort) aus, um die schöne Gegend zu besichtigen. Nach kleiner Wander-Tour kamen wir im schmucken Dörfchen an. Man schaute sich ein bisschen um, trank einen O-Saft oder ein Capuccino und genoss die Sonne bei ungefähr 25 Grad. Langsam machten wir uns dann wieder auf den Weg zum Bahnhof zurück. Prompt verpassten wir natürlich den Zug nach Catania. Da man noch genügend Zeit hatte, war dies noch nicht weiter schlimm. Aber dann kam das, was irgendwie kommen musste: der nächste Zug hatte 45 min. Verspätung, was uns dann schon etwas nervös machte. Als dann der Zug nach Catania endlich kam, liess man uns nicht rein, da es ein Schlafwagen war. Das war dann aber endgültig zu viel (O-ton Legia: Afrika!). 5 min später kam dann aber schon der nächste Zug und unsere Gemüter beruhigten sich langsam wieder.

Als wir dann in Catania ankamen, wuchs die Vorfreude auf das Spiel! Kurzerhand machte man sich mit dem Taxi auf den Weg zum Stadion Angelo Massimo. Nach kurzer Suche, wurde man auf dem Schwarzmarkt fündig. Für die Billette (Haupttribüne) bezahlten wir je 45 Euro, 10 Euro teurer als der Normalpreis, was in Ordnung geht. Nach kurzer Suche nach einem passenden Souvenir begab man sich dann ins Stadion und warf ein erstes Auge auf den Ground. Die Catanesi’s machten schon über eine Stunde vor dem Spiel Stimmung. Das Stadion war mit rund 21'000 Zuschauer ausverkauft. Als dann die Spieler einliefen, wurde die ganze Curva Sud mit Rauchtöpfen und Bengalos eingenebelt. Aber auch die Curva Nord liess sich nicht lumpen. Auf den oberen Rängen wurden rote, auf den unteren blaue Umhänge verteilt, was ein schönes Gesamtbild ergab. Zudem wurden einzelne Blockfahnen mit Buchstaben hochgehalten, was dann den Spruch „SUCA PALERMO“ ergab. Als diese wieder runtergenommen wurden, kam auf den oberen Rängen noch eine grosse Blockfahne zum Vorschein, die aber leider vom Rauch der Curva Sud eingenebelt wurde, so das man sie auf der Haupttribüne kaum noch richtig sah. Auf diesem Transparent sah man einen Ritter in den Catania Farben, der mit einem Schwert auf einen pinken Teddy losgeht. Der Palermo Block war noch fast leer, es wurden einige DH’s und Fahnen hochgehalten.

Als dann das Spiel begann, bekam Palermo in der siebten Minute einen Penalty. Genau in diesem Moment kam der Rest der Palermo Anhänger im „Gäste-Käfig“ an. Nachdem der Elfer verwandelt wurde, wurde es einen kleinen Moment etwas leise im Stadion, so hörte man dann auch mal was vom Palermo Block, welcher sonst eigentlich das ganze Spiel etwas unterging. Catania machte das Spiel, schaffte es aber bis zur Pause nicht, ihre grossen Chancen in Zählbares umzuwandeln. In der Curva Nord wurden in der Pause etliche weisse Wurfrollen verteilt, welche anfangs der 2ten Halbzeit auf das Feld geschmissen wurden, was ein geniales Gesamtbild ergab. In der Curva Sud wurden etwa 25-30 Bengalos gezündet. Die Stimmung war eigentlich sehr gut, schade nur das Catania der Ausgleich nicht gelang und Palermo noch ein zweites Tor schoss. Das wirkte sich dann natürlich auch auf die Stimmung aus. Es wurde noch mal heiss, als Catania noch einen Elfer bekam. Aber auch dieser konnte nicht verwertet werden. Im Palermo Block wurde jetzt natürlich bis zum Schlusspfiff kräftig gefeiert, aber da nur 1'900 Auswärtsfans anreisen durften, hörte man davon kläglich wenig.

Vom Resultat etwas enttäuscht gingen, wir dann nach dem Spiel wieder Richtung Bahnhof. Man besorgte sich dann noch schnell etwas Verpflegung für die Rückreise. Als wir dann in Messina ankamen und unser Zug auf die Fähre verladen wurde, holten wir uns noch schnell eine Pizza in Pandas Stamm-Pizzeria. Auf dem Deck wurde dann die Pizza gegessen und noch ein Bierchen (oder andere Betäubungsmittel) vernichtet. Auf dem Festland angekommen, ging's dann direkt bis nach Mailand weiter. Am Morgen war es kaum 8 Uhr, als uns ein lautes Klopfen und Schreien aufweckte. Der Schaffner wollte uns mit der Begründung aus den Klapp-Betten werfen, dass der Service der „Couchette“ nur bis morgens um 8 Uhr gelte. Das brachte eine gewisse Person dann auf die Palme, so dass die Türe kurzerhand wieder zugeschlossen wurde. Als uns dann aber gedroht wurde, dass in Bologna die Polizei komme wenn wir nicht öffnen, mussten wir gezwungenermassen aufgeben. Gegen Mittag kamen wir dann in Mailand an. Zwar mit Verspätung, so dass wir unseren Anschluss Zug verpassten, aber so hatte man wenigstens noch kurz Zeit um sich etwas zu verpflegen. Die restlichen paar stunden Zugfahrt gingen dann auch noch vorbei, so dass wir am frühen Montag Abend wieder zu Hause waren.

Fazit: Sizilien ist wieder mal eine Reise wert. Stimmung, Choreo’s und Pyro waren 1A. Eine echte Rosine!