AC Fiorentina - Como Calcio

zurück zur Übersicht

Die Tour begann zu unmenschlicher Zeit, ich musste schliesslich um 7 Uhr in Zürich den Cisalpino besteigen, immerhin gabs kein Umsteigen in Milano, so traf ich um 14 Uhr in der magischen Stadt ein. Dort gesellte sich mein Bekannter hinzu, schnellstens wurde ein Taxi in Beschlag genommen. An einer Ampel war unser Taxi plötzlich von etwa gut 50 Scootern eingekreist, ein nicht alltäglicher, und vielleicht gerade deshalb so faszinierender Anblick.

Dank der Connections meines Bekannten wurde mir beim Stadion eine Saisonkarte für die Fiesole zugespielt, ich war sprachlos und voller Vorfreude. Die Eingangskontrollen sind auch in Firenze nicht allzu ernst zu nehmen, meinen Rucksack wollte zB. niemand durchsuchen, dafür ist man blitzschnell im Stadioninnern. Sofort ging es zu den Ständen des CAV, Marasma, Fiorenza etc. um einige Euros loszuwerden. Eine traumhafte Auswahl, man kann dort wirklich alles mögliche von den Gruppen kaufen! Mit einem übervollen Rucksack gelangte ich gerade rechtzeitig zum Anpfiff auf meinen Platz.

Beide Kurven wurden in violetten und weissen Rauch gehüllt, die andere Kurve setzte zusätzlich einige Bengalen in Aktion. Dazu in beiden Kurven etliche DHs und die Schwenkfahnen in ständiger Bewegung. Das Spiel entsprach so in etwa dem, was man sich unter Serie B vorstellt, harziger Spielaufbau, hart, und die in Italien wohl fast obligate schlechte Schiedsrichter-Leistung. Zum Glück kompensierte jeder Blick auf die Tribünen das tiefe Niveau des Spiels, die Viola brachte alles mögliche, div. Klatschrythmen, Schalparaden, etliche Gesänge verschiedenster Art und sogar eine Art Uffta wurde gegen Ende des Spiels zelebriert! Die Comaschi waren ca. 200, genau kann ich das nicht sagen, weil der Blick von der Fiesole in den Awayblock denkbar schlecht ist. Optisch wussten auch sie zu gefallen, viele kleinere Fahnen und Klatschrythmen, doch hören konnte ich sie kein einziges Mal. Kurz vor der Halbzeit wurde der Fiorentina ein Elfer zugesprochen, den Fussball-Gott Rigano verwertete.

Die zweite Halbzeit entsprach, an den Aktivitäten gemessen, der ersten, alle hatten ihren Spass. Als Ende Spiel der Viola-Sieg feststand, zog das Collettivo die bereits des öfteren verwendete "culo"-Blockfahne (zu sehen ist ein Hintern mit vergrössertem Loch...) mit einem Spruchband aus, in etwa teilten sie den Comaschi mit, dass diese "es" immer in ihren "Culo" bekommen, eine ganz geile Aktion!

Nach dem Spielende gingen die Leute nur langsam aus dem Stadion, die tausenden Scooter verliessen nur schleppend den Parkplatz hinter der Kurve, überall wurde in grösseren Gruppen gelacht, gefachsimpelt und viele gönnten sich noch etwas flüssiges. Man hatte das Gefühl, Teil einer grossen Familie zu sein welche wie Pech und Schwefel zusammenhält!

Fazit: Fiorentina immer grandios, vorallem in der Fiesole! Aber nie mehr werde ich in der Jugendherberge von Florenz übernachten, es sei denn ich würde plötzlich eine Vorliebe für Bettzeug mit "Sportflecken" entwickeln...