Livorno - Genoa 1893

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Als Abschluss eines "weitreichenden "und nahezu schlaflosen Wochenendes machte ich mich gegen halb fünf am morgen auf um mein vier Mitfahrer einzusammeln.. eigentlich wäre dies ja nicht so ein Problem, wenn sich gewisse Leute an Abmachungen halten würden oder immerhin ein funktionsfähiges Natel hätten! Alles, was einem sonst nach den Spass verderben konnte, wurde glücklicherweise von einer erfahrenen OPEL-Stossstange  abgefangen! *uff*

Kurz nach fünf ging die Reise los. Der Tanzbär gab sich für seine Verhältnisse sehr zahm am Steuer, dafür vermochte uns (noch) GA-Wisu mit seiner Anhänglichkeit immer wieder aufs Neue zu "erfreuen"! Sei's drum, nach ca. 5 1/2 Stunden Fahrt, für gewisse viel Schlaf und guten Gesprächen, traf man auch schon in Livorno ein. Dank einem ortskundigen Lenker fand man schnell und ohne wirkliche Problem einen idealen Parkplatz in der Nähe des Stadions. Zügig entledigte man sich nun den Winterklamotten und begab sich, natürlich unter kritischen Blicken der "Eingeborenen", zum Ticketschalter um sich mit dem Nötigen auszustatten. Anschliessend wurde kollektiv festgestellt, dass es einem heute in eine sehr linke und asoziale (..wie Italien halt so ist..)  Stadt verschlagen hatte. Weiter spazierten wir gemütlich dem Ufer entlang, als wir plötzlich durch übelstes Geschrei von MasterSBB aus unserer Lethargie geweckt wurden. Was war passiert? Der Kollege hatte auf dem Gelände der ital. Marineschule (?) einen Hauseingang entdeckt, der von zwei alten Geschossen flankiert wurde! Begeisterungsfähig, wie SBB so ist, liess er es sich nicht nehmen und stürmte mit glänzenden Augen und unüberhörbaren Kommentaren durch ein offenes Tor auf dem Militärgelände! Begleitet wurde das ganze Schauspiel von lauten Zwischenrufen unseres tanzenden Bären, worauf sich sogar die Wachen von ihrem Kaffeekränzchen wegholen liessen und "zielstrebig" auf den Eindringlingen zu gingen, dieser machte allerdings rechtsumkehrt und war so schnell wieder weg, wie er aufs Areal gekommen war! Auf dem weiteren Weg zu einer Futterstelle wurde diese Situation natürlich tiefgründig analysiert (-> Gelächter). Als dann sogar ein genehmes Restaurant aufgespürt wurde, mussten wir noch auf GA-Wisu und Wiesel warten, da sie es sich nicht nehmen liessen, sich von einem "Schwarzafrikaner" voll quatschen zu lassen und so tauchte GA- aka Prada-Wisu mit einer neuen "einwandfrei gefälschten" Markenjacke auf, was umgehend zu hitzigen Diskussionen führte. Das nachfolgende Essen musste man beinahe runterwürgen, weil der werte Tanzbär unbedingt zwei Stunden vor Spielbeginn beim Ground sein wollte, da er annahm, dass er bereits gut gefüllt sein könnte. Tja, wir waren dann auch zurzeit vor beim, mit linken/kommunistischen Sprüchen und Symbolen verunstaltete, Stadion, nur leider waren wir noch fast die einzigen!? Naja, so verweilte man eine Weile beim Souvenirstand, wo man beriet welche Che-Fahnen nun am besten in unsere Schlafzimmer passen. Dabei wurden wir eingehend von allenmöglichen Gestalten gemustert und teilweise vollgelabbert.

Ca. eine Stunde vor Spielbeginn verzog man sich dann mal in die kleine Schüssel. Nur allzu bald merkte man leider, dass man die Winterkleider nicht unbedingt hätte im Auto lassen müssen, denn der Wind pfiff einem ordentlich um die Ohren. Beim Begutachten der Kurven wurde uns leider bald klar, dass bei der Heimseite etwas nicht so ist, wie es sein sollte, denn an Stelle der Transparente hingen nur eine Menge Spruchbänder, die wir leider nicht entziffern konnten. Das ganze Spiel hindurch war die Livorno-Kurve sehr inaktiv und nur beim "Berlusconi pezzo di merda" geschlossen und schön laut! Dafür machten die Gäste aus der anderen Hafenstadt ordentlich Wind, was wir auf Grund der Meeresböe sehr gut mitkriegten. Das Spiel war unterstes Niveau und so kam es, dass sich TB und MasterSBB bereits zur Pause zurück ins Auto begaben. Während des Spiels waren, wie bereits erwähnt, eigentlich nur die Genoa-Anhänger zu hören und zu sehen. Das Gekicke endete nach Livorno-Führung noch 1:1, was vor allem den Gästen schmeichelte, aber trotzdem irgendwie gerecht war!

Als wir die Folter überstanden hatten, schlichen wir schnellst möglich zum Fahrzeug um uns von Tanzbär nach Hause lenken zu lassen! Auf dem Weg wurden wir immer wieder von dämlichen Baustellen gestoppt, was gewisse Leute ein bisschen nervös machte. Egal, nach knapp sechs Stunden, einem komplett "verunstalteten" Auto und "gepflegtem" Wiesel- und TB-Nerven *CHCHCHCHCHCHCHCHCHCHCH* traf man wieder in der Heimat ein. Gewisse fielen sofort ins Bett, aber meiner einer durfte noch unseren Prada-Wisu ins Hinterland kutschieren… sei's drum, als die neue Woche schon begonnen hatte, landete auch ich in meinen Federn und genoss endlich wieder ein paar Stunden Schlaf…