Club Atlético Nueva Chicago

 

 

1:2

 

Zus.: 5’000

Primera B Nacional

12.04.2020

 

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Club Sportivo Independiente Rivadavia

 

 

Eigentlich wäre an dieser Stelle River – Tigre geplant gewesen, doch als ich ein Tag vor dem Spiel beim Stadion ein Ticket kaufen wollte, erklärten mir die Leute, dass das Stadion auf Grund der anhaltenden Gewalt in den eigenen Reihen gesperrt ist. Während dem letzen Heimspiel ging der Machtkampf der River-Bravas in die nächste Runde, wobei einzelne mit diversen Stichverletzungen im Spital gelandet sind. Gegen Tigre konnte nur wer von der Presse, angestellt oder Inhaber eines Sozio-Ausweis ist, ein Ticket beziehen.

 

 

Ohne die Touristenmasche zu versuchen, liess ich das Spiel sausen und beschloss zum Tabellenletzten der zweiten Liga zu fahren. Nueva Chicago trägt die Heimspiele seit den Playoff-Riots gegen Tigre (inkl. einem Toten) aus Sicherheitsgründen nicht mehr in ihrem eigenen Stadion aus. Sie teilen sich das Estadio R. Etcheverrry mit dem Heimclub Ferro Carril Oeste (Eisenbahnverein). Das Stadion ist bequem mit der Metro und einem ca. zwanzigminütigen Marsch durch ein ziemlich gutes ‚Barrio’ zu erreichen.

 

 

10.- für die Haupttribüne war in Ordnung. Die freistehende Haupttribüne hebt sich deutlich vom Rest des Stadions ab. Es ist der einzige Ort, der nicht droht dem Rost zum Opfer zu fallen. Es fanden sich trotz dem abgeschlagenen letzten Platz relativ viele Chicago-Hinchas im Stadion ein. Die Bravas, die beim Anpfiff einliefen, waren jedoch ein erschreckend kleiner Haufen. Relativ früh ging das Heimteam in Führung und es wurde lautstark gefeiert. Scheint nicht so oft vorzukommen. Die Stimmung erlitt einen Dämpfer, als ein Hincha rund fünf Meter vom Geländer stützte und das Stadion nur im Krankenwagen verlassen konnte. Gute Besserung an der Stelle.

 

 

Dank dem einsetzenden Wind gut durchgefroren und das Ende herbeigesehnt. Chicago brachte es fertig noch 1-2 zu verlieren. Nach je einer roten Karten brannten dem Trainer von Nueva Chicago die Sicherungen durch und ging auf den Schiedsrichter los. Nur die Cops konnten ihn stoppen. Komischerweise konnte er bleiben und musste nicht auf die Tribüne Platz nehmen. Die Kurve interessierte dies nicht mehr, sie unterhielten sich selber und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt. Es war wieder eine Steigerung, aber es geht wohl noch besser.