PAOK FC

 

 

0:0

 

Zus.: 28’701 (ausv.)

Super League

08.03.2020

 

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Olympiacos CFP

 

 

 

Am Tag darauf folgte das eigentliche Highlight der Reise. Es ist eines der Spiele, die Griechenland in Atem halten und aktuell auch noch das Topspiel der Liga ist. Der Tabellenführer aus Piräus ist zu Gast bei der Nummer 2, PAOK Saloniki. Ich bemühe mich das Erlebte objektiv in ein paar Zeilen aufs Blatt zu bringen, ohne zu übertreiben.

 

 

 

Gute zwei Stunden vor Spielbeginn war ich beim Stadion, wo sich der ganze PAOK-Pöbel schon versammelt hatte. Die Cops hatten grossräumig abgesperrt und es lag Ärger in der Luft, denn der Olympiakos-Bus war bald da. Nur wenige Minuten später ging es los. Alles was nicht niet- und nagelfest war flog auf die Cops, die die Meute immer wieder mit massig Tränengas auseinander trieb. Als der gut bewachte Bus mehr oder weniger unbeschadet im Stadion war und zwischenzeitlich ein Polizeibus in Flammen aufging, beruhigte sich die Lage etwas.

 

 

 

Doch der Friede währte nicht lange und das Tränengas trieb die Massen erneut durch die Gassen. Die Stereoanlage einer PAOK-Kneipe spielte in voller Lautstärke „Welcome to the Jungle“ von Guns N’Roses - welch skurrile Szenerie. Nachdem sich jeder die Augen waschen konnte, füllten sich die Ränge schnell und die Kurve sang sich lautstark ein. Die Uhr zeigt an, noch mehr als eine Stunde bis Spielbeginn! Unbeeindruckt vom Feuerwerk, das ihnen wortwörtlich um die Ohren flog, betraten die Spieler von Olympiakos das Feld, um sich warm zu laufen. Schon abartig welcher Hass ihnen da entgegengebracht wird.

 

 

 

Zum Anpfiff brannte das ganze Stadion und die Stimmung war top! Die Fackeln, die bei mir auf der Haupttribüne gezündet wurden, flogen allesamt zur Spielerbank von Olympiakos. Das Spiel wurde erstmals kurz unterbrochen, als bei einem Eckball für die Gäste Fackeln, Böller und Flaschen gen Spieler flogen. Leider währte das Startfurioso nicht sehr lange, da das Spiel eines der eher langweiligen Sorte war und sich die Stimmung da etwas anpasste. Gute Chancen auf beiden Seiten waren Mangelware: 0-0 zur Pause.

 

 

 

Nach dem Seitenwechsel blieb es dabei, mässiges Spiel, mässige Stimmung. Es brannte zwar en Masse im Block, doch richtig laut wurde es nur als Emotion aufkam. Kaum vorstellbar was losgewesen wäre bei einem Tor für PAOK. Kurz vor Schluss erhitzen sich die Gemüter noch ein Mal, als ein Spieler von Piräus getroffen von einem Zweikampf bei der Eckfahne liegen blieb und ein Böller neben seinem Kopf explodierte. Seine Mitspieler zogen ihn weg, dies ging jedoch den PAOK-Spielern zu langsam und diese wollten nun Olympiakos an die Gurgel. Eine Rudelbildung war die Folge und abermals flog Feuerwerk aufs Feld, u.a. dem Schiedsrichter genau vor die Füsse. Eine Speaker-Durchsage und gut war!

 

 

 

Die Szenen nach Abpfiff kurze Zeit später ähnelten den Szenen von Türkei-Schweiz. Chaos total, überall rennen Spieler zum Spielereingang und der Antonios Nikopolidis, der ‚leicht alternde‘ Keeper von Olympiakos, wurde von einem vermummten PAOK-Fan angegriffen und konnte sich nur mit einem satten Kung-Fu-Kick retten - schon andere Verhältnisse in diesem Land. Auf den Rängen lauter langer Gesichter, da die Meisterschaft nun praktisch gegessen war.

 

 

 

Draussen kam es, wie es kommen musste. Eine Gruppe aufgebrachter PAOKs griff die Polizei an. Es folgte ein Katz- und Mausspiel mit der Polizei. Für mich war jedoch dann bald mal Feierabend. Ein griechisches Topspiel ist nur zu empfehlen, obwohl der Originalpreis inkl. Topspielzuschlag von 60 Euro doch schon recht happig ist! Aber gut war ess trotzdem ;-)