Skandinavien Kurztrip:

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Am Samstag Nachmittag sass ich im Terminal und wartete, dass mein Flug nach Kopenhagen ausgerufen wird. Dann schon der erste Schreck. Bei der startbereiten Maschine handelte es sich um eine Crossair. Also Kopf einziehen beim Einsteigen (gilt für alle die grösser als 1.75 sind) und nur 3 Plätze pro Reihe. Ein Bekannter von mir, ein ehemaliger Swissairpilot, hat mir mal gesagt, dass bei der Crossair nur Vollidioten im Cockpit sitzen. Aber eben, da musste ich durch. Leider habe ich diese Geschichte auch meiner dänischen Sitznachbarin erzählt. In der Aufregung habe ich leider nicht daran gedacht, dass es vielleicht ein bisschen taktvoller gewesen wäre, ihr das erst nach der sicheren Landung zu erzählen.

Nach der Zollkontrolle und einer kurzen Zugfahrt erreichte ich den Hauptbahnhof. Meine letzte Reise nach Skandinavien war 1991. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich damals mit dunklen Haaren so etwas wie ein Exote war. Inzwischen wird auch in Dänemark heiter Multikulti gefeiert – kann sich die Regierung ja auch locker leisten bei 40 % Einkommens- und 25 % Mehrwertsteuer. Der Rest vom Tag ist schnell erzählt. Einchecken im Hotel, beim Fernseher einen dänischen Sender rausschmeissen und ARD reinspeichern, Sportschau gucken und dann noch für ein paar Bierchen raus. Vielleicht noch ein paar Worte zum Alkohol. Bemerkenswert ist, dass egal ob an einem Bierstand, in einer Kneipe oder in einer Bar das Bier immer so um die 40 DKR kostet. Das sind ca. 8.50 CHF pro halben Liter.

FC Kobenhavn - Brondby IF

Sonntag: Da das Kopenhagen Derby FC Kobenhavn gegen Brondby IF erst um 17.30 h statt fand, entschloss ich mich am Morgen für eine Stadtrundfahrt. Ist wirklich eine hübsche Stadt, wenn auch vielleicht ein bisschen bieder. Leider wusste ich weder wie das Stadion hiess noch   wo es war. Wie von Fischbein in Südamerika gelernt, sass ich nicht einfach in ein Taxi, sondern erkundigte mich im Hotel nach öffentlichen Verkehrsmitteln. Die freundliche Dame an der Rezeption sagte mir, dass das Spiel ausverkauft sei aber sie schauen werde, was sie für mich tun könne. Sie ginge auch zum Spiel, müsse aber noch bis 17 Uhr arbeiten und ich könnte dann mit ihr rausfahren. Freundlich lehnte ich ab und nahm den Bus Nr. 1a. Zwei Stunden vor Spielbeginn war schon einiges los und tatsächlich waren alle Kassenhäuschen geschlossen. Vor dem Stadion wurde ich von einem Schweden angequatscht, der einen ganzen Bund Tickets hatte und mir eines zum Originalpreis verkaufte. Angeblich wollte er mit einer schwedischen Reisegruppe kommen und hatte viele Absagen. Das Stadion war mit 40.000 Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzt. Es war auch wirklich eine gute Stimmung. Bei den Brondbys konnte ich nur Kinder ausmachen aber der Anhang vom FC Kopenhavn machte einen wesentlich weniger braven Eindruck. Markenklamotten, ab und zu „Hooligan“-Rufe und viel Alkohol. Die Stimmung blieb aber über die ganze Zeit friedlich. Vor dem Spiel gute Choreo auf beiden Seiten, wegen des Spielverlaufs (1:3 Sieg für Bröndby) hörte man nur noch die zahlenmässig unterlegenen Bröndbys.

Fazit: Sicher das beste Spiel in Dänemark, neuer Länderpunkt und ich finde das durchgestrichene „o“ nicht auf der Tastatur um Bröndby korrekt zu schreiben.

Malmö FF - Djurgardens IF

Am nächsten Morgen fuhr ich mit dem Zug über die Brücke nach Malmö in Schweden. Es regnete ohne Unterbruch und die Stadt hat man in 5 Minuten gesehen. Da ich absolut keine Lust hatte mit Hotelsuche Energie zu verbrauchen, setzte ich mich in ein Café und fragte die Bedienung ob sie ein Hotel kenne, da ich heute noch das Spiel Malmö FF gegen Djurgardens IF sehen müsse. Da sagte sie mir, dass es 500 Meter vom Stadion entfernt ein Hotel habe und bot mir sogar an telefonisch eine Reservierung für mich zu machen. Hat alles gut geklappt. Zum Abschied hat sie mir dann noch gesagt, dass ich im Stadion für Malmö rufen soll, da sie unbedingt gewinnen müssen um wieder an die Tabellenspitze zu gelangen. Ein bisschen genervt verliess ich das Café und fuhr mit dem Bus Nr. 17 zum Hotel. Wegen dem Hundewetter pendelte ich den ganzen Nachmittag zwischen Hotelbar und dem Montag Nachmittagsprogramm vom ZDF hin und her und verliess das Hotel erst 1 Stunde vor Spielbeginn. Da es immer noch regnete war ich sehr froh, dass ich noch einen gedeckten Sitzplatz bekam. Wie zu erwarten, war nur ein kleines Grüppchen aus Stockholm angereist. Man hörte sie überhaupt nicht und auch gesehen habe ich sie nicht. Erst als nach dem Schlusspfiff sich ein paar Djurgardens Spieler bei der Kurve bedankten bemerkte ich ca. 30 Leute. Wenn man bedenkt, dass es eine mehrstündige Reise ist, Montagabend und auch sportlich der Club im gesicherten Mittelfeld ist, kann man für den Minisupport Verständnis aufbringen. Ganz anders der Malmöanhang. Die machten 90 Minuten Dauersupport vom Feinsten und feierten die Eroberung der Tabellenspitze. Malmö gewann dieses Spiel mit 2:0 wenn ich mich recht erinnere. Im Stadion waren über 10.000 Zuschauer. Höhepunkt war nach der 1:0 Führung, als die Malmökurve eine kleine Pyroshow lieferte. Als die Ordner in den Block marschierten haben alle ihre Doppelhalter aufgehalten um die Betroffenen Leute vor einer Identifizierung zu schützen.

Am nächsten Morgen ging es zurück nach Kopenhagen und dann wieder mit so einer Bruchmaschine Richtung Zürich.

by Legia