Ungarn - Polen

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Freitag Nacht ging es per Nachtzug los, vor uns eine 13-stündige Reise. Spektakulär war rein gar nichts, höchstens ein frustrierter Liiribänz sorgte für gewisse Abwechslung.

 Samstag Mittag, mit knapp 2 Stunden Verspätung, trudelten wir endlich in Budapest ein. Nachden wir uns zwei der begehrten Tickets besorgt hatten, ging es noch kurz in den Ultrashop wo Anarcho ein erstes Mal den "liquiden" Westler verkörperte... :-) Übrigens, die Stadt war voller Polen, überall in angeheiterter Stimmung anzufinden. So eine Stunde vor Spielbeginn waren wir beim Népstadion, das jetzt Puskás-Stadion heisst. Nachdem wir bemerkt hatten Tickets für einen ungeeigneten Block gekauft zu haben, standen wir einfach bei einem anderen Eingang an. Welcome to eastern Europe! Kein Problem, von etlichen Leuten wurden nicht einmal die Tickets abgerissen, geschweige denn kontrolliert ob man beim "korrekten" Eingang anstand.

Währenddessen kam es auf der anderen Seite des Stadions zum Tumult. Zwei der gefährlicheren Mobs hatten noch etwas zu "besprechen", das Puskás-Stadion diente demnach als Bühne für eine polnische Chuligany-Vendetta. Der Mob aus Warschau, rund 150 Mann stark, verwandelte sich in eine weisse T-Shirts tragende Armee, alle hatten Mundschutz, Handschuhe (oder bandagierte Hände) und Schlagwerkzeuge mitgebracht (Grenzkontrollen?). Versehentlich wurde zuerst ein Haufen ungarischer Supporter angegriffen, die Marken-Kleidung hats ausgemacht... Danach kam es zum Aufeinandertreffen mit dem Mob aus Lodz, aber auch die Polizei bekam ihr Fett ab, schlussendlich verletzten sich etwa ein knappes Dutzend Leute. Nach der Aktion streiften die Warschauer ihre Shirts ab und mischten sich einfach unter die Menge!

Im Stadion versammelten sich rund 15'000 Fans, aus Polen kamen ca. 4000! Über die Stimmung kann man sich nicht beschweren, diejenigen die noch Hoffnungen in eine der beiden Mannschaften setzten, waren da und machten dies auch lautstark bemerkbar. Einzig die zwei polnischen Mobs, in zwei verschiedene Sektoren verteilt, sassen einfach nur da, ihr Aktivitäts-Maximum hatten sie wohl schon vor der Partie erreicht.

Beim Spielanfang auf der ungarischen Seite das gewohnte, aber immer wieder schön anzusehende Fahnenmeer. Im Gästeblock kamen sämtliche Schals, Fahnen und Bengalen zum Einsatz. Das Spiel lief für Polen, dauernd Bengalen und mehr oder weniger Dauersupport bei ihrem Anhang. Im Block der Ungarn wurde zwei Mal Rauch gezündet. Nach dem Ausgleich der Ungarn ging nochmal ein Ruck durch das Publikum, doch nach dem erneuten Führungstreffer sackte neben der Mannschaft, auch das Publikum in sich zusammen. Nur noch die Polen feierten, ausser wenn gerade der Warschauer Mob versuchte die Leute aus Lodz wieder zu stürmen, die Hooligan-Aktivitäten hatten leider ihre negative Wirkung auf die Lautstärke des polnischen Supports. Aber selbst die Polen verstummten einmal, nämlich als das Ergebnis aus Stockholm bekannt gegeben wurde. Einfach ein Skandal, dass es eine Mannschaft wie Schweden nötig hat, sich gegen ein Gurken-Team wie Lettland zu verkaufen...

Nach dem Spiel kam es nicht mehr zu Ausschreitungen, die meisten gingen etwas geknickt ihren Weges. Nach einem ruhigen Sonntag, der mit shoppen und einem guten Essen (special Greetz to Anarcho ZH :-) verbracht wurde, ging es dann wieder gen Schweiz.