Venedig - Genoa 1893

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Sonnenschein und einen guten Kaffee liessen alle schnell auf Touren kommen und man startete einen kleinen Kulturtipp zum Markusplatz und der Rialtobrücke. Nachdem ein Koch sich etwas Zeit liess und man einen Umweg zum Stadion nahm, an dem ich nicht ganz unschuldig war, kam man knapp vor Spielbeginn beim Stadion an. Die Nerven lagen blank als die Kassiererin sich schwer tat mit den Tickets was die Sache nicht beschleunigen sollte. Alle Sorge war umsonnst und man war eine Minute vor Spielbeginn im Stadion. Jüdische 30 Euro drückte man für die rustikale Haupttribüne ab, doch der Preis lohnte sich beim Blick auf die Gästekurve. Es waren wohl etwa 4000-5000 Leute aus Genua anwesend die gut die Hälfte des Publikums ausmachten. Die Mannschaften liefen auf und Genua legte richtig los! Etwas Pyro und lauten Gesang. Venedig hatte nichts zu bieten ausser einem Transparent gegen den ‚lächerlichen’ Präsidenten und eine kleine Fahne der Ultras Rapid. Da wir scheiss Plätze hatten waren die Ordner bereit uns in den erweiterten Gästeblock auf der leeren Gegengeraden zu lassen. Es sollte sich lohnen. Mit der Frühlingssonne im Gesicht konnte man sich nun dem Geschehen auf dem Feld und auf den Rängen widmen. Auf dem Papier war die Angelegenheit klar, Venedig war Tabellenletzter und Genua erster. In den ersten Minuten tat sich Genua aber sehr schwer gegen eine aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft aus Venedig. Der Spielfluss wurde immer wieder durch harte Fouls unterbrochen. Mit der Dauer der ersten Halbzeit hatten beide Mannschaften gute Chancen, wobei Genua zwischenzeitlich den Führungstreffer erzielen konnte. Anschliessend liess sich Venedig etwas hängen und Genua übernahm das Spieldiktat. Diese deutliche Ausführung musste sein, da böse Zungen behaupteten das ich eh nur auf den Genua Block geschaut habe ;-).. Über die Stimmung der Griffone hab ich in anderen Berichten schon gut geschrieben, wiedermal abartig, ich konnte mir ein leises Mitsingen oft nicht verkneifen. Die Rude Fans und Co hatten keine Lust zum singen und beschränkten sich aufs Provozieren. Das Spiel blieb interessant und Venezia-Mestre spielte nur noch zu zehnt. Genua schoss zwei weitere Tore wobei der Torschütze jeweils auf das Gitter der Gästekurve stieg und dabei kein Gelb sah. Zwischendurch gab’s immer mal wieder Pyro auf beiden Seiten. Gegen Ende der Partie begannen die Venezier den drohenden Abstieg zu feiern, wobei die Qualitäten der Kurve zum Vorschein kamen. Ein paar Jugendliche begannen die Stahlkonstruktion der Kurve zu demolieren. Nach dem Spiel hatten wir Blocksperre und man musste warten bis ein grosser Teil der Rotblauen auf dem Schiff zum Bahnhof waren, bis wir gehen konnten. Wir erwartet waren wir schneller am Bahnhof als die Leute vom Fanschiff. Im dank den Genuafans übervollen Zug, fuhren wir in der ersten Klasse nach Brescia und von dort aus zurück in die Schweiz, wo man um halb 4 wieder eintreffen sollte.

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